Stellungnahme des Fördervereins „Häusener Kran“ e.V. zur aktuellen Situation um den Hafenkran in St. Goarshausen

Zum Tag des offenen Denkmals 2017 möchte der Förderverein die Öffentlichkeit auf die unendliche Geschichte um die Rettung und Restaurierung des 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Portaldrehkrans hinweisen.

Nach Stilllegung des Krans 1999 und Unterschutzstellung 2002 versucht der Verein seit 18 Jahren, den Kran einer Restaurierung und anschließender musealen Nutzung zuzuführen.
2015 gelang es, die Firma RHENUS als Eigentümerin des Krans zu überzeugen, im Frühjahr 2016 einen Förderantrag zur Restaurierung einzureichen.

Nachdem nach Aussage des Landesdenkmalamtes der Bund Mittel zur Sanierung zur Verfügung gestellt hat, haben Landesdenkmalamt und Zweckverband ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt. Somit wäre die Maßnahme zu 100% finanziert worden.
Deren Umsetzung lässt allerdings auf sich warten. Seit einem Jahr stehen staatliche Fördermittel bereit, jedoch weigert sich RHENUS beharrlich, in die Durchführung der Maßnahme einzusteigen, solange kein neuer Eigentümer für den Kran gefunden wird. Dabei hatte RHENUS nur unter der Voraussetzung Fördermittel beantragen können, dass die Firma auch weiterhin Eigentümerin bleibt.

Wenn die in allen Details durchgeplanten Maßnahmen nicht bald in Angriff genommen werden, fordern die Bewilligungsbehörden die zur Verfügung gestellten Mittel zurück. Dies wäre ein Skandal und eine riesige Blamage für das Welterbetal direkt an der Loreley.

Die Stadt St. Goarshausen lehnte es unterdessen bei Stimmengleichheit im Stadtrat ab, den Kran nach erfolgter Restaurierung kostenneutral zu übernehmen.

Derzeit bemüht sich der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises als Vorsitzender des Zweckverbandes Welterbe, einen neuen Eigentümer für den Kran zu finden. Leider wird der Förderverein über den aktuellen Stand der Verhandlungen nicht informiert.

Anstatt jetzt fieberhaft eine neue Lösung zu suchen, hätte deutlich mehr Druck auf die Eigentümerin RHENUS ausgeübt werden müssen, damit unverzüglich die Arbeiten wie geplant am Kran beginnen können.
Die Stadt St. Goarshausen sollte sich noch in diesem Jahr zur Übernahme des Krans entschließen, da anderenfalls eine Neugestaltung des Rheinvorgeländes, ohne den denkmalgeschützten Kran restauriert zu haben, Stückwerk bliebe.
Also geht die unendliche Geschichte um die Rettung und Restaurierung des einzigen am Mittelrhein noch existierenden Portaldrehkranes von 1917 auch 2018 weiter.

Förderverein „Häusener Kran“ e.V.
 Kontaktadressen:
 Jochen Dohm Blücherstraße 1 56349 Kaub
 Karin Born Wellmicher Straße 39 56346 St. Goarshausen

Jubiläum ohne Jubel. Zukunft des 100 Jahre alten Krans weiter ungewiss

14 Personen am Rheinufer vor historischem Häusener Kran

Vertreter_innen der Denkmalpflege, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Bingen, der Rhenus SE & Co KG, des Fördervereins Häusener Kran und des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal bei einer Besprechung zur Zukunft des Häusener Krans im September 2016. Frank Puchtler (mitte), Vorsteher des Zweckverbands und Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, versucht, zwischen den Beteiligten zu vermitteln.

Seit genau 100 Jahren steht der Hafenkran in Sankt Goarshausen am Rheinufer. 1999 war er nach 82-jähriger Betriebsdauer stillgelegt worden. Seit 2002 steht er unter Denkmalschutz. (Gesamte Chronlogie der Ereignisse hier.) Das Geld für seine dringend notwendige Sanierung liegt bereit. Trotzdem ist die Zukunft des technischen Denkmals weiter ungewiss. Denn noch immer ist nicht klar, wer den Kran nach der Sanierung übernimmt. Die Eigentümerin, das Logistik-Unternehmen Rhenus, möchte den Kran abgeben. Nun muss der Stadtrat darüber entscheiden, ob die Stadt den Kran nach der umfassenden Sanierung übernimmt. Auch die geplante Neugestaltung des Kranplatzes hängt von der Lösung dieser Frage ab.

Man war schon mal weiter

In dieser Frage wird seit 1999 um eine Einigung gerungen. Zwischenzeitlich hatte die Rhenus zugesagt, den Kran in ihrem Eigentum zu behalten, rückte aber später von dieser Aussage wieder ab.

Fünf Personen vor Denkmal Häusener Kran

Vor zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als wäre eine Lösung in greifbarer Nähe. Artikel in der Rhein-Zeitung vom 5. Juni 2015

Technik und Kultur: Denkmaltag-Doppelpack am Mittelrhein

Unser Ausflugstipp: Am Tag des offenen Denkmals nach Sankt Goarshausen und Sankt Goar

Blick zum linken Rheinufer mit Fachwerkvillen

Gleich gegenüber: Die Villa Heerstraße 5 in Sankt Goar

Wer am Sonntag den Häusener Kran besucht, kann seinen Ausflug leicht um ein weiteres Denkmal-Erlebnis bereichern: Direkt am gegenüberliegenden Rheinufer öffnet ab 14 Uhr die Internationale Musikakademie ihre Türen. Es bietet sich also an, nach dem Besuch am Kran mit der Fähre überzusetzen nach Sankt Goar, vom Fähranleger die rund 400 Meter rheinaufwärts zu flanieren, und das Haus Heerstraße 5 zu besichtigen, eine 1892 erbaute Villa mit Zierfachwerk. Hier kommen nicht nur Denkmalinteressierte, sondern auch Musikliebhaber auf ihre Kosten. Denn von 14 bis 21 Uhr verspricht die Musikakademie Führungen und Konzerte. Einzelheiten hier.
Sonntag, 11. September, Programm am Häusener Kran.

tdo