Technische Daten

Der „Häusener Kran“ gehört zu den ältesten noch erhaltenen Verladekränen am Rhein. Er ist somit Zeugnis der Maschinentechnik des frühen 20. Jahrhunderts im Dienste des Rheinhandels.
Aufbau und technische Einrichtung sind fast vollkommen im Zustand der Erbauungszeit erhalten.

Kranhaus innen: Große Zahnräder und Walzen, über die Stahlseile laufen

Der „Häusener Kran“ wurde 1917 von der Maschinenfabrik Jäger, Duisburg, erbaut, im Bautyp eines für die damalige Zeit hochmodernen elektrisch betriebenen Vollportal-Drehkranes mit einem um 360 Grad verschwenkbaren Auslegerarm.
Das fahrbare Portal mit einer Höhe von 6 Metern bewegt sich auf einer dem Flussverlauf im Bogen folgenden 150 Meter langen Kranbahn. Auf dem Portal sitzt das Kranführerhaus mit dem Auslegerarm und einem Gegengewicht aus Beton.
Zunächst betrug die Traglast 10 t bei einer Auslegerlänge von 20 Metern. Da jedoch immer längere Schiffe gebaut wurden, die hier gelöscht werden sollten, die jedoch, bedingt durch den Bogenverlauf des Ufers, nicht mehr nah genug heranfahren konnten, erwies es sich 1924 als unerlässlich den Auslegerarm um 5 Meter auf nunmehr 25 Meter zu verlängern. Gleichzeitig wurde das Gegengewicht von 46 auf 48 t vergrößert.
Drei Antriebsmotoren sorgten für einen optimalen Arbeitseinsatz:
Der 1. Motor bewegt den Kran auf den Schienen
( Sachsenwerk Niedersedlitz b.Dresden ) ,
der 2. Motor dreht den Aufbau auf dem Untergestell
( Siemens ) und
der 3. Motor treibt die Trossenwinde an
( AEG Berlin ) .
Durch das Zusammenspiel dieser drei Motoren konnten Lasten im gesamten Arbeitsbereich nahezu beliebig bewegt werden.
1982 wurde die Traglast von 10 auf 8 t reduziert, da der Ausleger in Teilbereichen Korrosionsschäden aufwies, deren Beseitigung als nicht wirtschaftlich angesehen wurde. Der Einbau einer elektronischen Überlastsicherung gewährleistete, daß die neu festgelegte maximale Tragkraft nicht überschritten wurde.
Die Metallstreben, aus denen der Kran besteht, sind nicht miteinander verschweißt, sondern komplett genietet.
Bemerkenswert ist auch, daß die Räder, auf denen der Kran steht, beweglich gelagert sind und ihm so die Fortbewegung auf der in einem Bogen verlaufenden Kranbahn ermöglichen.
Der Kran wird elektrisch betrieben, die Zuführung erfolgt über eine Stromschiene seitlich der Bahnschiene, die Stromentnahme über einen Mitnehmer.