Zukunft des Häusener Krans ist gesichert

Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz wird den Kran nach der Sanierung übernehmen

Damit ist die letzte Hürde genommen. Der Kran kann nun endlich saniert werden.

Pressemeldung des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal:

Zukunft des „Häusener Krans“ gesichert – Sanierung kann starten.

Der denkmalgeschützte Verladekran in St. Goarshausen („Häusener Kran“) wird bis Ende 2018 durch die Rhenus AG & Co. KG restauriert. Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz wird im Anschluss das Eigentum am Kran übernehmen. Der Kran feiert 2017 seinen hundertjährigen Geburtstag. Bereits seit vergangenem Jahr stehen Fördermittel seitens des Bundes, des Landes sowie des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal bereit, um den sogenannten Häusener Kran zu sanieren. Die Kraneigentümerin Rhenus AG, die ebenfalls finanziell an den Erhaltungsarbeiten beteiligt ist, hat die Restaurierung des Denkmals an die Übertragung an einen neuen Eigentümer geknüpft, der sich nach der Sanierung vor Ort um die dauerhafte Pflege kümmert. „Ein Baustein für die Mittelrhein-Buga 2031. Wir freuen uns, dass mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz ein Partner gefunden wurde, der das Eigentum am Kran übernehmen wird“, sagt Zweckverbandsvorsteher Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises. „Unser Dank gilt auch der Rhenus und insbesondere der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für ihre Kooperationsbereitschaft“, so Puchtler weiter.

Der Kran steht auf einer Eigentumsfläche der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die in alle Schritte zur Ertüchtigung des Krans eingebunden gewesen ist. Nach mehreren Jahren der Diskussion über die Zukunft des Technikdenkmals ist der Zweckverband erleichtert, dass die Fördermittel in Höhe von mehr als 200.000 €, die gemeinsam mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz sowie mit Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Detlef Pilger eingeworben werden konnten, nicht verfallen. Die langjährigen Bemühungen zum Erhalt des Denkmals des Zweckverbandes zahlen sich nun aus.

Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz ist für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie für die BUGA 2031 verantwortlich. Vor diesem Hintergrund ist auch die Entscheidung zur Eigentumsübernahme zu sehen. „Die Stadt St. Goarshausen freut sich, dass die Entwicklung am Kran weiter geht und der Stillstand nun überwunden ist“, erklärt Manfred Baumert, Stadtbürgermeister von St. Goarshausen. Parallel zur Sanierung des Krans, die voraussichtlich erst im kommenden Jahr umgesetzt wird, soll auch die Aufenthaltsqualität im Hafenareal für Bevölkerung und Gäste von St. Goarshausen gesteigert werden. Nach der Sanierung des Krans wird die Rhenus verschiedene Betoneinbauten im Hafen zurückbauen. Dabei wird es aber nicht bleiben: bereits zu Beginn des neuen Jahres soll in einer Runde mit Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und der Stadt St. Goarshausen überlegt werden, welche Maßnahmen umgesetzt werden können, um das Gelände aufzuwerten und um Problemen wie dem wilden Campen entgegenzuwirken. Mit Blick auf die BUGA 2031 sollen darüber hinaus Ideen und Konzepte für eine umfassende Aufwertung des Hafenareals entwickelt werden.

Jubiläum ohne Jubel. Zukunft des 100 Jahre alten Krans weiter ungewiss

14 Personen am Rheinufer vor historischem Häusener Kran

Vertreter_innen der Denkmalpflege, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Bingen, der Rhenus SE & Co KG, des Fördervereins Häusener Kran und des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal bei einer Besprechung zur Zukunft des Häusener Krans im September 2016. Frank Puchtler (mitte), Vorsteher des Zweckverbands und Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, versucht, zwischen den Beteiligten zu vermitteln.

Seit genau 100 Jahren steht der Hafenkran in Sankt Goarshausen am Rheinufer. 1999 war er nach 82-jähriger Betriebsdauer stillgelegt worden. Seit 2002 steht er unter Denkmalschutz. (Gesamte Chronlogie der Ereignisse hier.) Das Geld für seine dringend notwendige Sanierung liegt bereit. Trotzdem ist die Zukunft des technischen Denkmals weiter ungewiss. Denn noch immer ist nicht klar, wer den Kran nach der Sanierung übernimmt. Die Eigentümerin, das Logistik-Unternehmen Rhenus, möchte den Kran abgeben. Nun muss der Stadtrat darüber entscheiden, ob die Stadt den Kran nach der umfassenden Sanierung übernimmt. Auch die geplante Neugestaltung des Kranplatzes hängt von der Lösung dieser Frage ab.

Man war schon mal weiter

In dieser Frage wird seit 1999 um eine Einigung gerungen. Zwischenzeitlich hatte die Rhenus zugesagt, den Kran in ihrem Eigentum zu behalten, rückte aber später von dieser Aussage wieder ab.

Fünf Personen vor Denkmal Häusener Kran

Vor zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als wäre eine Lösung in greifbarer Nähe. Artikel in der Rhein-Zeitung vom 5. Juni 2015

Technik und Kultur: Denkmaltag-Doppelpack am Mittelrhein

Unser Ausflugstipp: Am Tag des offenen Denkmals nach Sankt Goarshausen und Sankt Goar

Blick zum linken Rheinufer mit Fachwerkvillen

Gleich gegenüber: Die Villa Heerstraße 5 in Sankt Goar

Wer am Sonntag den Häusener Kran besucht, kann seinen Ausflug leicht um ein weiteres Denkmal-Erlebnis bereichern: Direkt am gegenüberliegenden Rheinufer öffnet ab 14 Uhr die Internationale Musikakademie ihre Türen. Es bietet sich also an, nach dem Besuch am Kran mit der Fähre überzusetzen nach Sankt Goar, vom Fähranleger die rund 400 Meter rheinaufwärts zu flanieren, und das Haus Heerstraße 5 zu besichtigen, eine 1892 erbaute Villa mit Zierfachwerk. Hier kommen nicht nur Denkmalinteressierte, sondern auch Musikliebhaber auf ihre Kosten. Denn von 14 bis 21 Uhr verspricht die Musikakademie Führungen und Konzerte. Einzelheiten hier.
Sonntag, 11. September, Programm am Häusener Kran.

tdo